Elsa Buchwitz

Elsa Buchwitz, die Vorkämpferin der Altstadt Sanierung in Hameln, hat unser schon dem Abbruch geweihtes Haus 1983 zu neuem Leben erweckt.


 

Elsa Buchwitz
*1929 in Hameln,
† 1997 in Hameln


Elsa Buchwitz, Gastronomin, Wirtin der Gaststätte "Pfannekuchen" und des Hotels "Rosenhof" kämpfte am Anfang der 1970er Jahre gegen eine Flächensanierung der Hamelner Altstadt (Totalabbruch) und war seit 1972 Vorsitzende der "Vereinigung Hamelner Bürger zur Erhaltung ihrer Altstadt". Ihr ist zu verdanken, daß man zur Objektsanierung überging.

Trümmer-Elsa

Bezugsquelle: Profile aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont

Eine mutige Frau 1972 steht auf einem riesigen Schutthaufen und klagt an: "Die Zerstörung der Hamelner Altstadt, insziniert durch die mächtige Allianz der Parteien, Verwaltung, einiger Firmen und des damals größten Baukon- zerns". Der Volksmund nennt Elsa Buchwitz von nun an "Trümmer-Elsa". Bereits 1968 wurde auf Initiative von Elsa Buchwitz die Bürgerinitiative "Vereinigung Hamelner Bürger zur Erhaltung ihrer Altstadt e.V." gegründet.
Ziel war es, die Häuser erhaltend zu sanieren, anstatt Abriß und Neubau, nach dem Motto: "Länge mal Breite mal Geld". Zunächst war Elsa Buchwitz Schriftführerin, ab 1972 Vorsitzende. 1973 läßt sie sich in den Rat und den Kreistag wählen. 1974 kommt die Wende, die neue Mehrheitspartei beschließt: "Altstadterhaltung durch Objektsanierung mit altstadttypischer Erhaltung der Straßenzüge". Für das Engagement zum Erhalt der Hamelner Altstadt wurde Elsa Buchwitz vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz die höchste Auszeichnung, die "Silberne Halbkugel" verliehen.

Als stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe Denkmalpflege im niedersäch- sischen Heimatbund, irritiert Elsa Buchwitz als einzige Frau unter 20 Männern das Gremium oftmals in freundlich-ironischer Weise. Seit über 15 Jahren unterstützt sie auch noch aktiv die Interessen des "Weißen Ringes".

Elsa Buchwitz erlernte den Beruf der Modistin. 1953 legte sie ihre Prüfung zur Eisenhändlerin ab, 1955 heiratete sie Helmut Buchwitz. Mit ihrer Mutter er- öffnete sie 1963 das Hotel Garni Rosenhof in Hameln-Rohrsen. 12 Pflegekinder hat sie im Laufe der Jahre großgezogen. Elsa Buchwitz lebte natürlich in einem liebevoll sanierten Haus, Baujahr 1622, in der Hamelner Altstadt. Der Rosenhof wurde von ihr als Fondue- und Raclette-Restaurant geführt. In der Altstadt von Hameln findet man den "Pfannekuchen", das zweite Restaurant von ihr. Hier bekommt man Pfannekuchen auf 42 verschiedene Arten von süß bis deftig.

"Na, was sagt die Oma dazu?" ist der Titel des Buches, das Elsa Buchwitz über sich und ihr Lehen geschrieben hat, Die wahren Geschichten fesseln und amüsieren nicht nur, sondern stimmen auch nachdenklich über Dinge, die der Verstand nicht erklären kann.